Denn Football ist Einstellungssache

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Seit dem Herbst 2023 ist Pierre Magra der neue Head Coach der Offenburg Miners – und mit ihm haben die Ortenauer einen Trainer verpflichtet, der für europäi- sche Verhältnisse über unfassbar viel Football-Erfahrung verfügt: Denn Pierre Magra begann seine Karriere vor 36 Jahren. Als 18-Jähriger in der Defense Line der Euro- peans of Straßburg, damals dritte Liga. Später ging es als Center zu den Bengals nach Lahr, wo die stationierten Kanadier Football liebten. Ein Footballer der alten Schule also, einer der diesen Sport lebt und liebt – und der dieses Mindset auch seinem neuen Team einimpft: den Miners.
Für die Miners endete im Sommer ’23 eine Ära. Nach vielen Jahren mit Coach Mauri gab es einen Neuanfang mit dir. Was hat dich bewogen, Head Coach bei den Miners zu werden? Zunächst möchte ich die großartige Arbeit würdigen, die Coach Mauri mit den Miners geleistet hat – mit dem Meistertitel als Krönung. In so einer Situation Head Coach zu werden, ist eine große Verantwortung. Ich kannte aber die meisten Jungs im Trainerstab schon und wusste, dass sie die Leidenschaft haben, die Dinge richtig anzugehen. Das hat mir die Entscheidung erleichtert – und außer- dem: die Landesliga ist eine spannende Herausforderung.
Was sind deine Ziele mit der Mannschaft? Geht es nur um eine erfolgreiche Saison oder gibt es eine längerfristige Agenda? Mir gefällt die Idee eines Programms. Und ich bin über- zeugt: Man kann ein Football-Programm nicht auf einen kurzfristigen Zeitraum anlegen. Ich will den Football-IQ der Spieler erhöhen und dabei helfen, einen gut orga- nisierten Verein aufzubauen, der sich durch eine gute Arbeitsmoral auf und neben dem Spielfeld auszeichnet.
Nachdem du die Mannschaft übernommen hast, gab es einen bemerkenswerten Abend, an dem du der Mannschaft deine Football-Philosophie erläutert hast. Dabei ging es vor allem um grundlegende Werte, um Disziplin und dergleichen. War- um ist das so wichtig für dich?
Ich bin der Überzeugung, dass Einstellung und kluge Denkweise viel wichtiger sind als nur Talent oder aktu- elle Football-Fähigkeiten. Bei dieser ersten Mannschafts- sitzung wollte ich dies den Spielern vermitteln. Es geht nicht nur um Football, sondern auch darum, wie jeder zu unserem gemeinsamen Ziel beitragen kann und wie man sein Bestes gibt, um als Team und nicht als Einzelner erfolgreich zu sein. Denn das Wir ist größer als jedes Ich.
Was liebst du am American Football?
Diese großartige Kombination aus Strategie, Athletik und Teamwork. Football erfordert Ausdauer, Mut, Selbstauf- opferung und Bescheidenheit – dieselben Werte, die ich als erwachsener Mann entwickelt habe. Als ehemaliger Spieler und jetzt als Trainer weiß ich zu schätzen, was mir der Football alles gegeben hat. Meine Aufgabe ist es nun, diese Leidenschaft mit meinen Spielern zu teilen – eine Leidenschaft, die über das Spielfeld hinausgeht.
Wenn ein Trainer früher ein Lineman war, ist das dann etwas anderes, als wenn er früher ein Quarterback war?
Auf jeder Position entwickelt man andere Fähigkeiten, so- dass man die Dinge wahrscheinlich durch einen anderen Blickwinkel sieht. Man kann es auch so ausdrücken: Was an vorderster Front abgeht, ist eine andere Art von Kampf, aber das schmälert nicht den Beitrag der anderen Spieler und die Vision, die sie vom Spiel haben.

Du hast deine Karriere als Spieler lange vor dem großen Football-Boom in Europa begonnen. Bedauerst du das manchmal? Als ich meine Karriere begann, hatte der Kontakt mit amerikanischen und kana- dischen Spielern einen großen Einfluss auf mich. Ich bin ein Spieler der alten Schule – und stolz darauf. Ich muss zu- geben, dass der Football früher ama- teurhafter, aber auch härter war. Und damit habe ich mich damals auf dem Platz sehr wohl gefühlt.
Wie würdest du deinen Führungsstil be- schreiben?
Ich habe meine Führungsqualitäten auf dem Spielfeld als Kapitän und auch in meinem Berufsleben als Finanzleiter entwickelt. Ich bin ein Teamplayer und ich bin der Überzeugung, dass man sich im Football an die Regeln halten muss. Deshalb glaube ich fest an Disziplin, Engagement und Verantwortungsbe- wusstsein. Wenn man sich entscheidet, Teil eines Teams zu sein, muss man sich

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